Heraldik

Unter dem Wort Heraldik versteht man die Wappenkunde, Wappenkunst in Italien sogar die Adelskunde. Die genaue Bedeutung war früher nur den Berufsherolden vorbehalten und so entstand aus der Berufsbezeichnung „Herold“ der Überbegriff „Heraldik“.

Viel älter als die Wappen sind die sogenannten Hausmarken und Hofzeichen, welche in ihrer Entstehung weit in die Vergangenheit zurückreichen und heute noch an frühen Bauwerken und Höfen erkennbar sind. Sie stellen uralte Zeichen der Bauern dar, welche schon Jahrhunderte früher als die eigentlichen Wappen angewendet  und von den Runen abgeleitet wurden. Diese Familiensymbole, die sich oft über Jahrhunderte vererbten,  werden seit dem 14. Jahrhundert freistehend als Wappen geführt. Auch die alten Steinmetzzeichen der Bauhütten und die Berufssymbole stammen aus dieser Zeitepoche und sind heute noch in Museen und Sammlungen auf altem Handwerksgerät in Form von Kerbschnitten erkennbar. Es war die Zeit der handwerklichen Kunst, welche auch in der Gestaltung der Heraldik ihren Niederschlag fand.

 

Auch heute noch spielt die Heraldik eine große Rolle in der Glasmalerei. Ob Verbindungs- oder Familienwappen, wir setzen Ihre Vorlage mit viel Sorgfalt als Glasmalerei um.

Den Zeitabschnitt, in welchem noch Teile des Wappens im Kampfe verwendet  wurden und nicht nur der Gestaltung des Wappens dienten nennt man die lebende Heraldik. Sie reicht bis in die Zeit des 15. Jh. und war die eigentliche Blütezeit der Wappenkunst. Die tote Heraldik reicht vom Mittelalter bis in die Gegenwart und dient , da sie keinerlei Waffenbedeutung mehr besitzt, nur dem Sichtbarmachen von Geschlecht, Rang und  Stand.                                                                                                                                                                   
 

Einen kleinen Überblick über die Gesamtentwicklung geben die Abbildungen von Wappen  aus verschiedenen Jahrhunderten und es ist interessant zu beobachten, wie aus einfachen Grund – und Zweckformen reiche und überladene Standeszeichen werden.

 

Der Helm tritt erst im 13. Jh. zum Schild , ebenso das Kleinod, aber noch keine Helmkronen. In der Gotik werden die Helmdecken länger und das gesamte Wappen prächtiger , um in der Renaissance die reichste Sprache zu sprechen . Im Barock , Rokoko und Empire ordnet sich  die Gestaltung dem jeweiligen Stilempfinden  unter, während das 20. Jh. wieder Formen des 15. Jh. bevorzugt.

 

 

Das Siegel steht auch in enger Verbindung zum Wappen, da es sich auf eine Person oder eine Gemeinschaft bezieht und zur Beglaubigung  oder zum Verschluß benützt wurde. Ursprünglich siegelte nur der Kaiser und der Papst. Im 9. und 10. Jh. folgte die hohe und niedere Geistlichkeit , dann kamen der Adel , die Klöster , die Städte und Gemeinden und schließlich im letzten Drittel des14. Jh. die Bürgerschaft. Bei der geringen Verbreitung der Schreibkunde diente das Siegel auch als Ersatz für eine  eigenhändige Unterschrift.

 

Will man ein eigenes Wappen finden oder gestalten, so sollte man bei der Namensdeutung beginnen, worüber Nachschlagewerke  in Archiven  und Bibliotheken Auskunft geben. 

 

 

Ein Wappen kann auch als Zeichen im Dienstsiegel einer öffentlichen Körperschaft geführt werden. Während man zur Annahme eines eigenen Wappens keinerlei behördlichen Genehmigung bedarf, muß eine Gemeinde, ein Amt , oder Kreis eine staatliche Genehmigung zur Führung eines Wappens einholen. Dazu gehören auch Wappen , die aus uralten Orts- , Schöffen- und Gerichtssiegeln gebildet werden.

Auch die kleinste Dorfgemeinde ist berechtigt, ein eigenes Wappen zu führen, welches aber immer nur aus dem Wappenschild mit einem Inhalt bestehen kann. Es hat also keinen Helm, keine Helmzier und keine Helmdecken. Es ist kein Persönlichkeitszeichen, sondern nur ein gemeindliches Hoheitszeichen.